Pavillon O
Funktion – Gartenpavillon
Architektur – Büro Schmücking
Ort – Innsbruck, Tirol
Baujahr – 2022
‚Water can flow, or it can crash. Be water my friend‘ – Bruce Lee
Im Garten der Familie soll sich ein Pavillon an die bestehende Situation anpassen. Zwischen Garagenabfahrt und Hauptgebäude entsteht so ein neues Salettl. Inspiriert von Scarpas Giardino delle sculture öffnet das großzügige Vordach eine neue Terrasse im Garten. Der Holzständerbauweise wird eine Massivholzdecke aufgesetz. Die geölte Lärche wird durch gezielte Details in Schwarzoliv gekonnt zur Geltung gebracht. Die streng rythmische Front des Pavillons erinnert an Venedigs Arkadengänge des Dogenpalasts, welche perfekt in den Fliesenduktus der Terrasse eingebettet sind. Hier trifft die Innenstadt auf den Vorstadtgarten. Symmetrische Schiebetüren öffnen den Zugang zum Gartengeräteraum als auch einer kleinen Umkleide, um ohne Umwege in die Dachgeschoßwohnung einen Sprung ins kühle Nass zu wagen.
Der Blick von oben zeigt, wie konsequent das Gründach in die Gartenlandschaft übergeht: ein schmales Kiesband trennt die Wiese vom Bestandsrasen, während sich die geschwungene Dachkante in schwarzem Blech wie ein Band durch das Grün zieht. Die Rundung wiederholt sich am Eingang, wo ein bogenförmiges Lärchenholztor die strenge Rhythmik der Fassade auflöst und einen weichen Auftakt setzt. Innen setzt sich das Spiel aus Warm und Kühl fort: geölte Lärche an Wänden und Decke, unterbrochen von schwarzolivem Stahl an den Stützen – ein Materialdialog, der die Sitzbereiche am Pool ebenso prägt wie den kleinen Umkleidebereich dahinter. Die große Platte des Terrassenbelags nimmt die Geometrie der Schiebetüren auf und läuft bündig in Richtung der versenkbaren Holzdeck-Abdeckung des Pools, die sich fast unsichtbar in die Randfuge einfügt. Zwischen efeuberankter Gartenmauer und dem Blick auf die Innsbrucker Dachlandschaft entsteht so ein Ort, der ganz bewusst zwischen Rückzug und Repräsentation vermittelt.
















